Donnerstag, 30. Januar 2014

Warum Mobile Health auch Ihr Smartphone erobern wird

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Mobile-Health-Technologien auf dem Smartphone werden zunehmend beliebter. Doch warum werden wir nicht daran vorbeikommen?


Egal, wo Sie gerade sind und sich kurz umschauen – wie viele Menschen mit Smartphone in der Hand entdecken Sie? Oder halten Sie Ihres sogar auch in der Hand oder haben es zumindest neben sich liegen? Egal wo und egal wann – das Smartphone ist immer dabei. Und das macht das Thema Mobile Health so attraktiv.

Aber auch steigender Ärztemangel begünstigt Siegeszug von Mobile Health

Die sich durch ein Smartphone ergebenden Möglichkeiten lassen sich wie folgt zusammenfassen:

Das Smartphone…

  • … ist immer dabei (zumindest bei 80% aller Deutschen)
  • … ist nahezu immer an (7 von 10 Nutzern schalten es auch nachts nicht aus)
  • … bietet zahlreiche Verbindungsmöglichkeiten (Mobilfunk, Wireless LAN, Bluetooth, …)
  • … lässt sich durch fast unbegrenzte Funktionen mittels mobilen Apps erweitern
  • … kommt bereits standardmäßig mit einer Reihe integrierter Möglichkeiten zur Interaktion mit der Umgebung  (z.B. Kamera, Mikrofon, Bewegungssensoren, Helligkeitssensoren, Entfernungssensoren, GPS)

Auch die Umgebung ist im Wandel

Auf der einen Seite bietet so das allgegenwärtige Smartphone eine hervorragende Plattform, um über verschiedene Arten von Applikationen medizinische Leistungen bereitzustellen. Auf der anderen Seite ist es unsere Umgebung, die den Siegeszug von Mobile Health begünstigt:

  • Demographischer Wandel: Der Altersdurchschnitt in Deutschland wird in den nächsten Jahren mehr und mehr steigen. Mit zunehmender Alterung der Bevölkerung geht ein deutlich steigender medizinischer Bedarf einher
  • Chronische Erkrankungen: Auch die Zahl der chronischen Erkrankungen, wie etwa Diabetes Mellitus, wird in den kommenden Jahren weiter ansteigen. Die Überwachung und Betreuung dieser Erkrankungen gestaltet sich bei annähernd gleichbleibender Zahl an Ärzten zunehmend schwierig (2013: 328 Mio. Diabetes-Erkrankungen weltweit – bis 2035: 592 Mio.)
  • Unterversorgung ländlicher Regionen: Besonders auf dem Land führt steigender Ärztemangel  zu einer medizinischen Unterversorgung der Bevölkerung

Diese Umstände führen zwangsläufig zu einem Umdenken im Gesundheitswesen. Distanzen müssen überbrückt und möglichst viele Prozesse dahingehend automatisiert werden, dass der Patient verschiedene Tätigkeiten selbst in die Hand nehmen kann. Es ist naheliegend, dass tragbare Geräte eine komfortable Möglichkeit bieten, diese Anforderungen zu erfüllen.

Ein Szenario

Herr Blümel leidet unter Diabetes. Er ist 85 Jahre alt, nicht mehr allzu gut zu Fuß, doch der Weg zum nächsten Arzt ist lang. Sein Arzt bietet ihm daher die Möglichkeit der Fernüberwachung, um den Aufwand für beide Seiten möglichst gering zu halten. Patienten wie Herr Blümel könnten nun mit allerlei Gerätschaften ausgestattet werden,  um selbständig Messungen durchzuführen. Entweder müssten diese dann in der Lage sein, die Messdaten dem Arzt direkt zu kommunizieren, oder Patienten wie Herr Blümel müssten die Daten manuell verwalten und dann beispielsweise per Mail an den Arzt weiterleiten.

Mobile Health als Lösung

Hier kommt schlussendlich das Smartphone ins Spiel. Ob händische Datenpflege in einer Anwendung, die stets mit den Daten des Arztes synchronisiert wird, oder eine direkte Kommunikation der an das Smartphone angeschlossenen Sensoren mit dem Arzt; das Smartphone könnte beides. Wenn es nötig ist, könnte der Patient den Kontakt zu seinem Arzt über die Kamera seines Smartphones mittels Videokonferenz aufnehmen. Der Patient bleibt unabhängig und selbständig, und gleichzeitig wird dem Arzt die Behandlung von einer steigenden Zahl zunehmend älterer Patienten erleichtert.

Ob Kontrollfunktion bei chronischen Erkrankungen, Gesundheits-Check bei älteren Menschen oder andere Routine-Vorgänge. Sie sehen selbst, es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch Ihr Smartphone als Mobile-Health-Gerät fungiert.

Zum weiterlesen:

Dienstag, 21. Januar 2014

Case Management – das Solution Selling des Gesundheitswesens?

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Warum sind sich Case Management und Solution Selling so ähnlich?


Die Versorgungslandschaft in unserem Gesundheitswesen ist derzeit geprägt von vielen spezialisierten aber schlecht vernetzten Versorgungseinrichtungen. Zwar gibt es eine große Menge an Beratungs- oder Versorgungsangeboten, doch stellt sich die Frage, ob diese Angebote überhaupt auf die konkreten Bedürfnisse der Patienten abgestimmt sind. So ist es nicht verwunderlich, dass es Patienten oftmals schwer fällt, sich zu orientieren und die entsprechend notwendigen Hilfsangebote zu finden.

Wie kann diesem Missstand begegnet werden? Ein vielversprechender Ansatz ist schon seit längerer Zeit dabei, sich bei uns zu etablieren: Das Case Management. Die Grundidee: der Gedanke der integrierten Versorgung. Das Ziel: Vernetzung und Koordinierung der vorhandenen Angebote und dadurch eine bestmögliche Versorgung des Patienten. Gleichzeitig wird aber auch die Wirtschaftlichkeit der Gesundheitsversorgung im Auge behalten, um so qualitativ hochwertige Leistungen möglichst zielführend und trotzdem kostengünstig anbieten zu können.

Planung, Koordinierung und Evaluierung quer zu Zuständigkeitsbereichen
Beim Case Management steht der Patient im Mittelpunkt. Das Case Management übernimmt für ihn eine Art Lotsenfunktion. Dabei hilft es den Patienten, die diagnostischen und therapeutischen Abläufe der Behandlung zu verstehen. Aufgabe der Case Manager ist es, Fallbesprechungen durchzuführen und die Versorgung des Klienten quer zu Einrichtungen, Ämtern und Dienstleistungen im Gesundheitswesen zu planen, zu koordinieren und zu überwachen.

Vorteile für den Patienten: Übergänge von stationär zu ambulant werden vereinfacht, Lebensqualität und Eigenverantwortung auch im Alter werden gestärkt, Doppelbehandlungen werden verhindert und gesundheitliche Belastungen reduziert.

Vorteile für die Einrichtungen: Konzentration auf Kernkompetenzen, Gesamtüberblick über den Behandlungsprozess und in Summe eine Einsparung von Kosten.

Somit liegen die Stärken des Case Managements auf der Hand: Kostenreduzierung, Transparenz in allen Schritten, Beteiligung des Klienten, und eine ständige Zielausrichtung nach den individuellen Bedürfnissen des Patienten. Das erinnert doch ein wenig an einen entfernten Verwandten aus dem Vertriebsbereich – das Solution Selling. Das Ziel hierbei: Kein Einzelprodukt verkaufen, sondern fertige gebündelte Problemlösungen – ganz auf die Bedürfnisse zugeschnitten. Dazu sind insbesondere zwei Dinge wichtig:
  1. genaue Kenntnis des Problems und der Bedürfnisse des Kunden
  2. übergreifendes (technologisches) Fachwissen zum Problem des Kunden
So ist die Voraussetzung für erfolgreiches Solution Selling offensichtlich eine funktionierende Partnerschaft mit dem Kunden – Stichwort „Customer Relationship Management“

Auffällig ähnliche Vorgehensweise
Ist Case Management nun also das Solution Selling des Gesundheitswesens? Nein. Es fehlt hier klar der Verkaufsgedanke. Dennoch kann das Case Management aufgrund der Gemeinsamkeiten vom Solution Selling lernen; insbesondere dann, wenn es um die Frage der Patientenbindung geht (siehe auch "Braucht das Gesundheitswesen mehr Kundenbindung?").

In der Zukunft des Gesundheitswesens wird es mehr und mehr auf effiziente aber trotzdem individuelle Prozesse ankommen. Case Management kann diesen Anforderungen gerecht werden. Doch wird bei steigendem Bedarf und höherer Komplexität der Fälle eines zunehmend wichtiger: Strukturierte und zielgerichtete Vorgehensweise der Case Manager. Um dies zu gewährleisten greifen immer mehr Einrichtungen auf die Unterstützung durch Case-Management-Software zurück.

Wie beispielsweise im Diakonischen Werk in Stadt und Landkreis Osnabrück unter der Leitung von Klaus Polack unsere Case-Management-Software symCM zum Einsatz kommt, erfahren Sie in diesem Interview.

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