Donnerstag, 5. Dezember 2013

Wie funktioniert die optimale Patientenaufklärung?

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Welche Vorteile bieten Ihnen tabletgestütze Aufklärungsgespräche?


Der Arzt, der Patient und ein Stück Papier: das klassische Aufklärungsgespräch

Die Bedeutung des Aufklärungsgespräches steht außer Frage. Einerseits haben wir den rechtlichen Aspekt, der eine Einwilligung des Patienten in die bevorstehende Behandlung vorsieht. Andererseits wollen wir die größtmögliche Zufriedenheit des Patienten - und das erreichen wir durch lückenlose Transparenz.

Sie kennen das klassische Beispiel eines Aufklärungsgespräches: Der Patient sitzt dem Arzt gegenüber, bekommt einen Zettel mit Informationen und Risiken zum anstehenden Eingriff, den er am Ende unterschreiben muss. Der Arzt erläutert kurz einzelne Punkte des Aufklärungsbogens und beantwortet Fragen des Patienten.


Studie zeigt: Inhalte können besser behalten werden

Eine Tür weiter: Patientenaufklärung wird multimedial
Viele Ärzte haben sich entschieden, bereits einen Schritt weiter zu gehen, um die Transparenz und die Qualität des Aufklärungsgespräches aus Patientensicht noch weiter zu steigern: Das Aufklärungsvideo. In netten 3D-Animationen wird das Prozedere, die Hintergründe und die Vorbereitung zur bevorstehenden Behandlung den Patienten vor Augen geführt – untermalt von einer beruhigenden Stimme und leichter Musik. Klares Ziel: den Patienten soll die Angst genommen werden. Doch was sehr oft der Fall ist: Das nette Video versorgt sie in einer kurzen Zeit mit zu vielen Informationen. Die Chance, sich alles lückenlos zu merken ist so gering, dass die nun zwar weniger ängstlichen Patienten dennoch das Gefühl haben, die Aufklärung sei nicht in vollem Umfang transparent.

Die Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie an der Universität Würzburg hat im Jahre 2010 beispielsweise eine Studie durchgeführt, die sich unter anderem mit der Patientenzufriedenheit durch Aufklärungsvideos beschäftigt. Jedoch konnte hier kein signifikanter Bewertungsunterschied hinsichtlich der Informations- und Aufklärungszufriedenheit der Patientenaufklärung mit bzw. ohne Videounterstützung festgestellt werden – aber der Arzt spart Zeit.

Ist der Zeigefinger der Schlüssel?

Wiederum einen Schritt weiter gelangen wir zur Integration des Tablet-PCs in das Aufklärungsgespräch. Interaktion ist hier das Stichwort: die Patienten können sich selbst mit den Inhalten des Aufklärungsgespräches beschäftigen. Allein diese Tatsache führt dazu, dass Patienten mehr Informationen auf einmal verarbeiten.

Das andere Stichwort geht stark in die Tiefe und entstammt den Neurowissenschaften: Cortico-Spino-muskuläres System. Nie gehört? Ist nicht weiter schlimm, denn der Begriff selbst spielt eigentlich keine Rolle. Wichtig ist, was dahinter steckt: 

Es gibt eine direkte Verbindung zwischen unserem Zeigefinger und dem Gehirn, die ein Zusammenspiel in Hochleistungsgeschwindigkeit ermöglicht - mehr als 55 Meter pro Sekunde.

Das bedeutet im Klartext: Was der Zeigefinger auf dem Tablet bewegt, auswählt, verschiebt, vergrößert oder verkleinert wird unmittelbar von unserem Gehirn verinnerlicht mit der logischen Folge: Wir können leichter die Zusammenhänge begreifen und uns später viel besser daran erinnern.

Das kann durch empirische Untersuchungen belegt werden: Demnach konnten sich nach einem klassischen Verkaufsgespräch ohne zusätzliches Medium 25% der Probanden an die Kernbotschaft erinnern (siehe Grafik). Bei einem passiven iPad-gestützten Gespräch waren es schon 43%. Nach einem Verkaufsgespräch, bei dem der Proband angehalten war, selbst aktiv auf einem Tablet bestimmte Interaktionen durchzuführen, lag die Erinnerungsquote bei 78%!

„Der Zeigefinger erwirbt eine Magie, an der das Wissen buchstäblich haften bleibt,mit der sich Wissen öffnen, anschauen, verwerfen, kopieren, übergehen, suchen und mit der Lupenfunktion noch einmal genauer anschauen lässt“ (Prof. Dr. Florian Heinen, FAZ 15.5.2013)

Denken Sie an Ihre Schulzeit, Ihr Studium oder in bestimmten Situation auch an Ihren Alltag: Kennen Sie die Situation, in der Sie den Zettel oder die Karteikarte, deren Inhalt Sie lernen möchten intuitiv mit dem Finger abfahren?

Fazit

Fassen wir also zusammen: wird das Aufklärungsgespräch durch einen Tablet-PC oder ein iPad begleitet oder vorbereitet, kann der Patient die Inhalte direkt mit den Händen „begreifen“. Die Folge: eine bessere Informationsverarbeitung, ein genaueres Verständnis und insgesamt eine deutlich höhere Zufriedenheit der Patienten.

Mit HEALTHMOBILITY greift die Kooperation aus ayeq GmbH, Mediangruppe Oberfranken und symeda GmbH genau diese Vorteile auf. Die Projektpartner haben die Möglichkeiten des tabletgestützten Aufklärungsgespräches und das Potential dieser Technologie für das Gesundheitswesen erkannt und können so durch spezialisiertes Know-How und die Expertise jedes einzelnen Projektpartners eine ideale Plattform für innovative und nachhaltigere Formen der Patientenaufklärung anbieten.

Mehr Informationen erhalten Sie auf der Website des Kooperationsprojektes HEALTHMOBILITY.


Quellen:

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