Donnerstag, 25. Juli 2013

Innovationen im Gesundheitswesen

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Anforderungen an Innovationen im Gesundheitswesen - Beispiel Telemedizin


Auch für die Telemedizin gilt: häufig scheitert es an der Implementierung
Die Notwendigkeit, hoch qualitative Gesundheitsleistungen zu geringeren Kosten anzubieten scheint immer wichtiger zu werden. Auch die Politik beschäftigt sich vermehrt mit diesem Thema. So erkennen zunehmend mehr Politiker und entscheidende Akteure des Gesundheitswesens die Bedeutung von Telemedizin als möglichen Lösungsansatz des Problems. Allein in Europa wurde dieser Technologie ein Einsparungspotenzial von bis zu 100 Mrd. € bis zum Jahre 2017 prognostiziert (GSMA/PWC, 2013). Belegt wird dieser Trend durch steigende Zahlen von Telemedizin-Nutzern und Investitionen in telemedizinische Produkte.

Tatsächlich meinen Fachleute, die Branche erreiche gerade einen Wendepunkt, ab dem ein exponentielles Wachstum folge. Für Telemedizin feststellen lasse sich: Wenn wichtige medizinische Erfahrung an der richtigen Stelle zum richtigen Zeitpunkt für das Treffen der richtigen Entscheidung genutzt werden kann, bedeute dies einen deutlichen Qualitätsanstieg bei geringeren Kosten (Yulun Wang, Vizepräsident der Amerikanischen Gesellschaft für Telemedizin/ATA)
Zwar ist das Konzept von Telemedizin einfach und bietet enorme Vorteile, doch scheitert es meist an der Implementierung in der Praxis. Dies scheint nicht unerwartet, stellen doch tiefgreifende Veränderungen allgemein auch in jedem anderen Bereich eine besondere Herausforderung dar.

Barrieren durch bestehende Vergütungsstrukturen, politische Regulierungen, IT-Architektur und ein Widerstand  gegenüber Veränderungen sowie technologische Einschränkungen müssen bezwungen werden. Genau diese Barrieren und Herausforderungen sind es aber, die die Telemedizin-Technologie besonders empfänglich für Innovationen und Entrepreneurs machen.

Durch anhaltende Innovation, die in der Regel mit hohem Kapitalrisiko der Unternehmer einhergehe, könne diesen Barrieren begegnet und die Vorteile von Telemedizin für das Gesundheitssystem nutzbar gemacht werden, so Wang. 

Der Einsatz von telemedizinischen Technologien lässt sich in zwei Kategorien zusammenfassen:

Telemedizin zur Akutversorgung, wo durch Telemedizin Ferndiagnosen getroffen werden können, um den Patienten schnell zu behandeln. Diese Patienten benötigen unter Umständen sofortige Hilfe eines Spezialisten, die jedoch durch regionale Unterversorgung nur schwer zugänglich ist.

Die zweite Kategorie umfasst die telemedizinische Behandlung chronisch Kranker. Hier werden telemedizinische Technologien verwendet, um regelmäßig in bestimmten zeitlichen Abständen einen chronisch kranken Patienten zu überwachen.

Die Anforderungen an telemedizinischen Lösungen hängen stark von diesen zwei Kategorien ab. Während Telemedizin zur Akutversorgung permanente Datenverfügbarkeit gewährleisten und vor allem jegliche Bedingungen erfüllen muss, damit ein Mediziner unverzüglich eine möglicherweise lebenswichtige Entscheidung treffen kann, erfordert Telemedizin für chronische Erkrankungen eine solche uneingeschränkte Entscheidungsgrundlage nicht. Vielmehr stellen die Interaktionen mit dem Patienten eine Unterstützung und Überwachung dar.

Unternehmen für telemedizinische Technologien sollten Möglichkeiten identifizieren, so Wang, wo sie Innovationen schaffen können, die einen hohen Wert für das Gesundheitswesen bieten, aber dennoch leicht zu managen sind. Veränderungen sind stets schwierig, insbesondere im medizinischen Bereich, wo sich Prozesse und Strukturen über Jahrzehnte gesetzt haben, um Patienten eine Behandlung von konstant hoher Qualität bieten zu können.

Daher müsse eine Lösung ein Problem in seiner Gesamtheit angehen und gleichzeitig außer der Technologie allein auch Schulungen, Implementierungshilfen, regulatorische Unterstützung und eine permanente Messung der Umsetzungsergebnisse umfassen. Diese multidisziplinäre Detailtiefe, die erforderlich ist, um die Veränderung durchzusetzen, stellt eine Herausforderung dar, an der viele junge Innovationen scheitern.

Das Gesundheitswesen befindet sich in einem Umbruch, den es in dieser Form noch nicht gegeben hat. Die Veränderung weg von der Fokussierung auf den Service allein hin zum Fokus auf den Wert, sowie verstärkter Wettbewerbsdruck führen zunehmend zu einer Optimierung des Verhältnisses von Qualität zu Kosten. Das führt dazu, dass Technologien wie Telemedizin vom Forschungsobjekt zum gängigen Praxisinstrument der modernen Medizin aufsteigen.

Donnerstag, 18. Juli 2013

Geschäftsmodelle für mobile Apps - Teil 4 von 4

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Teil 4: Geschäftsmodelle im Gesundheitswesen - Szenarien


Überblick


Wie wir bereits in den vergangenen drei Beträgen beschrieben haben, kann eine mobile App auf verschiedene Arten Umsätze erzeugen:


Dabei hängen diese Geschäftsmodelle mit Nebeneffekten zusammen, die auf den Gesamtumsatz noch eine zusätzliche Wirkung haben können (z.B. schnellere Verbreitung durch Netzeffekte bei Freemium). Mehr dazu erfahren sie in den vergangenen Beiträgen.

Von uns vorgestellte Modelle zur Umsatzgenerierung auf dem App-Markt

Übertragung auf das Gesundheitswesen

Schön und gut, aber lassen sich diese Modelle genauso auch in verschiedenen Bereichen des Gesundheitswesens anwenden?

Dazu muss zuerst über die Besonderheiten dieses Bereichs nachgedacht werden. Offensichtlich müssen Anwendungen in irgendeiner bestimmten Form zielführend sein, um neben dem finanziellen auch einen unter Umständen sogar wichtigeren funktionellen Nutzen zu erfüllen.

Einen Unterschied zu jedem anderen Bereich kann man aber sonst pauschal nicht festlegen, da das Gesundheitswesen einen weiträumigen Bereich mit fließenden Grenzen darstellt.

In den folgenden Szenarien werden wir daher unter anderem zeigen, dass auch eine Spieleanwendung mit In-App-Kauf-Möglichkeiten zielführend den funktionalen Nutzen unterstützen kann. Zudem werden wir ein weiteres Geschäftsmodell einführen, das insbesondere im Gesundheitswesen Verwendung findet, wo es oft auch auf maßgeschneiderte Lösungen ankommt, um individuellen Bedürfnissen optimal nachzukommen.

Szenario I – die gekaufte Standard App

Dr. Winter ist überzeugt davon, dass technischer Fortschritt seine Arbeit unterstützen kann und möchte daher moderne Technik in seinen Praxis-Alltag integrieren. Auf Empfehlung eines befreundeten Arztes kauft er sich ein iPad.

Im App Store kauft er sich für einen einmaligen Preis von 31,99€ eine App, die über eine einfache Navigation das Abrufen von multimedialen Inhalten der wichtigsten medizinischen Handbücher ermöglicht.

Da diese Anwendung für alle Mediziner ein standardisiertes Nachschlagewerk darstellt, bietet der Entwickler sie zum einmaligen Kauf an.

Wie das vorige Beispiel zeigt, gibt es eine große Anzahl von für Mediziner entwickelte Apps – in den App Stores stehen 14.000 Anwendungen für diese Zielgruppe zum Kauf oder kostenlosen Download bereit (siehe unser Beitrag zum Thema „Zunehmende Verwendung von mobilen Apps im Gesundheitswesen“). Häufig stehen aber Einrichtungen im Gesundheitswesen vor dem Problem, dass sich gerade für die eigenen Anforderungen keine Anwendung finden lässt.

Neben der standardisierten App aus dem App Store kann auch eine persönlich auf die individuellen Bedürfnisse zugeschnittene Anwendung direkt beim Entwickler erworben werden. Das Geschäftsmodell bleibt also das gleiche, mit dem Unterschied, dass Entwickler und Kunde in direkten Kontakt treten und der Entwickler die fertige Anwendung ausschließlich für den Auftraggeber zur Verfügung stellt.

Die einfachste Form hierzu ist die sogenannte mobile Web App, da sie in keinen App Store geladen werden muss, sondern lediglich die Zugangsdaten zum Betrieb an den Kunden übergeben werden.

Szenario II – mobile Ergänzung

Frau Bauer ist Altenpflegerin in einem größeren Seniorenheim. In einem zentralen System werden zu allen Bewohnern der Einrichtung in digitalen Akten Informationen bereitgestellt. Hier kann Frau Bauer etwa nachlesen, wann welcher Bewohner welche Medizin erhalten soll, auf welche Unverträglichkeiten zu achten ist oder sie trägt aktuelle Vorkommnisse oder Vermerke ein.

Bisher war es mühselig, da Frau Bauer zum einen mit Papierlisten zu den ärztlichen Verordnungen hantieren und trotzdem Vorkommnisse am Ende des Tages in das zentrale Computersystem eintragen musste. Nun bietet aber der Entwickler dieses Systems zusätzlich ein Mobil-Paket an, das über eine Web-App mittels eines Tablets (z.B. iPad) den Zugriff auf die Akten ermöglicht.

Diese zusätzliche App als Komplementärleistung allein kann schon ein funktionierendes Geschäftsmodell sein, doch der Hersteller geht hier noch einen Schritt weiter:

Wollen Frau Bauer und die anderen Altenpfleger lediglich Einsicht in die Akten, erhalten sie das Mobil-Paket kostenlos. Wollen sie aber außerdem Vermerke zu Bewohnern eintragen oder sich durch die App erinnern lassen, dass ein bestimmter Patient ein bestimmtes Medikament einnehmen muss, müsste die Leitung der Einrichtung die Premiumversion erwerben.

Ein klassischer Fall des Freemium-Geschäftsmodells. Die einfache Basisversion ist kostenlos, während der Anwender für den vollen Funktionsumfang zahlt.

Frau Bauer wird erinnert, Frau Mayer ihr Medikament zu verabreichen

Szenario III – In-App-Kauf

Die gesundheitsbewusste Frau Schmidt ist leitende Angestellte in einem großen Unternehmen. Nach einem anstrengenden Arbeitstag ist sie gern noch ein wenig sportlich aktiv. Sie hat eine kostenlose mobile App auf ihrem Smartphone, die ihr nicht nur täglich interessante Gesundheitstipps zusendet, sondern gleichzeitig wöchentlich einen allgemeinen Trainingsplan bereitstellt. Dieser soll die Nutzer unterstützen, durch eine gute körperliche Grundfitness gesund und aktiv zu bleiben.

Da Frau Schmidt aber über diese Grundfitness hinaus trainieren möchte, wählt sie aus einem Angebot von zusätzlichen Paketen aus. Zum einen möchte sie mit einem Zusatzpaket Schäden durch ihren Büroalltag vorbeugen, zum anderen hilft ein weiteres ihr bei der Erreichung ihres Trainingszieles, dem Halbmarathon.

Diese kostenpflichtig angebotenen Ergänzungs-Pakete können aus der App heraus hinzugebucht werden.

Damit kommt hier eine klassische Form des In-App-Purchasing-Modells zur Anwendung. App-Inhalte werden durch einzelne kostenpflichtige Komplementärleistungen individualisierbar, die den Funktionsumfang der kostenlosen Grundversion ergänzen und letzten Endes den Umsatz generieren.

Szenario IV – Affiliate

Eine große Fitnessstudio-Kette plant, für ihre Kunden eine App entwickeln zu lassen. Dort können Trainingspläne angeschaut und Anweisungen zu Trainingsgeräten abgerufen werden. Die kostenlos für die Kunden angebotene App wird in allen gängigen App Stores zum Download angeboten.

Um zusätzliche Einnahmen zu erzielen und gleichzeitig die Entwicklung der App zu finanzieren, schließt der Konzern einen Werbevertrag mit einer großen Krankenkasse ab. So führen kleine Werbeeinblendungen aber auch verlinkte Textpassagen direkt zu Informationen oder Angeboten auf der Internetseite der Krankenkasse.

Für jeden Klick eines Kunden auf einen dieser Links erhält das Unternehmen von der Krankenkasse einen festen Betrag, für sich daraus ergebende Vertragsabschlüsse eine weitere Provision.

Typische Merkmale, die das Affiliate-Marketing-Modell charakterisieren. Während sich für die Fitnessstudio-Kette finanzielle Vorteile ergeben, profitiert die Krankenkasse ebenfalls: Sie verknüpft das Thema Fitness gedanklich eng mit dem eigenen Image und erhält gleichzeitig Zugang zu einer breiten Masse potenzieller Neukunden.

Szenario V - individuell gegen Gebühren

Ein weiteres Beispiel für individualisierte Apps zeigt sich im Klinikum Dingenshausen. Von der Leitung wird beschlossen, die Mediziner mit einem Smartphone auszustatten, über das sie mittels einer App zur besseren Kommunikation untereinander vernetzt werden.

Das Klinikum wendet sich an einen Anbieter, der schon eine geeignete App entwickelt hat. Da aber einige Inhalte der bestehenden App individualisiert werden müssen, bietet der Entwickler einen besonderen Vertrag an: Zusätzlich zu einmaligen Einrichtungskosten zahlt das Klinikum eine jährliche Nutzungsgebühr.

Da so die Entwicklungskosten auf eine lange Nutzungsdauer umgelegt werden können, ist es ein beliebtes Modell, das im Gesundheitswesen Anwendung findet. Ein niedriger, jährlicher Betrag lässt sich schließlich leichter durchsetzen und im Budget verankern als ein hoher einmaliger Anschaffungspreis einer neuen Anwendung.

wirklich attraktiv?

Die Monetarisierungsstrategien und -modelle im Gesundheitswesen bieten ein spannendes Thema - gerade auch durch die Vielzahl der Anwendungsmöglichkeiten und die unklare Abgrenzung des Marktes. Eine Herausforderung bleibt daher die Wahl des richtigen Modelles, die wie beschrieben von vielen Faktoren abhängt.

Schaut man auf die Monetarisierungsmodelle in Verbindung mit den Zahlen von Angebots und Umsatzentwicklung auf dem Markt für mobile Apps, hat es den Anschein, als könne man mit einer einfachen App schnell eine Menge Geld verdienen. Dass die Realität anders aussieht verdeutlichen die folgenden Zahlen:
  • etwa die Hälfte der im US App Store generierten Umsätze entfallen auf allein 25 Entwickler
  • den höchsten Umsatz erzielen große Firmen wie Zynga (2300 Mitarbeiter) oder Electronic Arts (9000 Mitarbeiter)
  • die 25 stärksten Anbieter generieren Umsatz mit mehreren Apps (Zynga: 15 Apps unter den 300 umsatzstärksten im App Store)
  • von den 25 umsatzstärksten Entwickler verdienen 24 nur durch Spiele
  • über 80% aller Entwickler können nicht von den Einnahmen leben

Anteil der 25 umsatzstärksten bzw. restlichen Entwickler am App-Gesamtumsatz

Und nun zu Ihnen!

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Noch einmal eine Navigationshilfe über die Serie "Geschäftsmodelle für Mobile Apps":

Dienstag, 9. Juli 2013

Geschäftsmodelle für mobile Apps - Teil 3 von 4

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Teil 3: Welches Modell ist das richtige?

Nachdem Sie im ersten Beitrag der Serie lesen konnten, was das Freemium-Modell im Hinblick auf Umsatzgenerierung auf dem Markt der mobilen Anwendungen ausmacht, schrieben wir vergangenes Mal über die beiden Modelle In-App-Purchasing und Affiliate-Marketing und deren Eigenschaften.

Das richtige Modell

Besonders das Affiliate-Marketing-Modell unterscheidet sich grundlegend vom Freemium- und dem In-App-Purchasing-Modell. Um die Vorteile verschiedener Modelle zu verknüpfen, greifen Anbieter von mobilen Apps häufig auf einen durchdachten Mix zurück.

Doch muss auch hierbei stets berücksichtigt werden, welches Modell dabei wie stark ausgeprägt verwendet werden kann, um den Erfolg zu unterstützen und keinen negativen Effekt auf den Gesamtmix zu haben.

Es gibt kein perfektes Rezept für einen solchen Mix, doch kann man anhand einiger Kriterien feststellen, ob sich das jeweilige Modell für die eigene App eignet.

Freemium

Um seine Strategie nach dem Freemium-Modell auszurichten, muss sich der Anbieter fragen, ob die Differenzierung zwischen kostenloser Basis- und kostenpflichtiger Premiumversion ausreichend groß ist und ein Attraktivitätspotential der kostenpflichtigen Anwendung besteht.

Besonders im Falle einer hohen Unsicherheit des Kunden gegenüber dem Nutzen oder der Performance der App ist eine solche Differenzierung sinnvoll, um den Nutzer durch gute Leistung des Basisprogramms zum Erwerb der Premiumversion anzuregen.

Freemium und Affiliate

Lässt sich eine Differenzierung des Leistungsumfangs nur schwer umsetzen, ohne schwerwiegende Leistungseinbußen der mobilen Anwendung hinzunehmen, kann eine Verknüpfung des Freemium- und des Affiliate-Marketing-Modells in Betracht gezogen werden.

Die kostenlose Basisversion setzt dann auf schnelle Verbreitung durch Netzeffekte und erzeugt zusätzlich durch Werbepartnerschaften Umsätze. Basis- und Premiumversion besitzen dann zwar den gleichen Leistungsumfang, die Attraktivität letzterer wird aber durch Entfallen der Werbeeinblendungen geschaffen.

Diese Verknüpfung von Affiliate- und Freemium-Modell ist auch möglich, wenn der Funktionsunterschied zwischen Basis- und kostenpflichtiger Version ausreichend groß ist, jedoch sollte in der Regel auch dann in der Premiumversion auf Werbeeinblendungen verzichtet werden, um den Anwender in seiner Entscheidung für die kostenpflichtige Nutzung zu bestätigen.

Kombination mit In-App-Purchasing

Das In-App-Purchasing-Modell kann mit allen anderen Modellen kombiniert werden. Voraussetzung ist, dass ein hinreichendes Interesse der Kunden besteht, die voll leistungsfähige Anwendung noch zu erweitern oder zu individualisieren.

Diese Eigenschaft wird häufig durch künstliche Anreize unterstützt. Insbesondere durch die Vernetzung der Nutzer untereinander und die dadurch entstehende Vergleichbarkeit werden Nutzer motiviert In-App Käufe durchzuführen.

Aber Vorsicht: Durch die gleichzeitige Kombination von Freemium-, In-App-Purchasing- und Affiliate-Modell kann es schnell zu einer Überladung durch ein mit Werbung verbundenes Überangebot an kostenpflichtigen Erweiterungen kommen, die sich negativ auf die Zufriedenheit der Nutzer auswirken kann. Daher sollte mindestens eines der Modelle möglichst reduziert werden.

Generell sollte man stets beachten, dass bei einer Verbindung von In-App-Purchasing und Freemium die In-App-Purchase-Komponente ebenfalls so gering gehalten wird, wie nötig ist, um nicht den durch das Freemium-Modell erzielten Verbreitungseffekt zu gefährden. Zudem ist es fragwürdig, ob beispielsweise in der Premiumversion eine Möglichkeit von In-App-Käufen angebracht wäre.

Anteil der kostenpflichtigen bzw. kostenlosen Apps am Gesamtangebot

Der Trend

Die meisten Apps werden aktuell kostenlos angeboten (siehe Grafik oben). Einfache kostenpflichtige Apps nehmen nur etwa 10% am Gesamtangebot ein, generieren dafür aber 17% aller Umsätze. In-App-Käufe sind insgesamt am stärksten vertreten: 54% der Umsätze mit mobilen Apps wird ihnen zugeschrieben, während das Affiliate-Marketing nahezu  29% der insgesamt über $ 21 Mrd. weltweit umsetzt.

Globale Verteilung der Umsätze nach Art der Generierung für das Jahr 2012
Aufgrund der Intransparenz des Marktes und der schlechten Messbarkeit der Ergebnisse lassen sich diese Aussagen nur pauschal treffen, erlauben jedoch keine Rückschlüsse auf Umsatzverteilung von miteinander verknüpften Modellen. Insbesondere Umsätze durch das Freemium-Modell lassen sich nur schwer ermitteln.

Doch lassen sich verschiedene Informationen aus der Analyse der umsatzstärksten Apps beispielsweise des App Stores von Apple ziehen. Unter den 250 stärksten Anwendungen sind hier 223 Apps, die das In-App-Purchasing- entweder mit dem Freemium-Modell oder mit einfachen Bezahl-Apps verfolgen. Die verbleibenden 27 Anwendungen generieren den Umsatz lediglich durch den Verkauf.

Da der App Store keine Informationen über den Umsatzanteil von Affiliate-Programmen am jeweiligen Gesamtumsatz einer App geben kann, lässt sich nur durch Beobachtung feststellen, dass ein Großteil der umsatzstärksten Anwendungen zusätzliche Umsätze durch eine Verknüpfung mit dem Affiliate-Marketing-Modell zu generieren scheinen.

So geht es weiter

Freemium, In-App-Purchasing und Affiliate – drei erfolgsversprechende Modelle. Was ist aber im Gesundheitswesen, wo die Nachfrage nach mobilen Anwendungen rapide steigt? Lassen sich die beschriebenen Modelle problemlos auf diesen Bereich übertragen?
Mehr dazu in der Fortsetzung.

Und nun zu Ihnen!

Sie möchten wissen, wie Sie selbst mobile Apps optimal einsetzen können? Kontaktieren Sie uns gern für eine persönliche Beratung. Wir freuen uns, von Ihnen zu hören.

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Denn das bringt der nächste Beitrag:

Dienstag, 2. Juli 2013

Geschäftsmodelle für mobile Apps - Teil 2 von 4

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Teil 2: „In-App-Purchasing“ und das „Affiliate-Modell“

Überblick


Im vergangenen Beitrag konnten Sie lesen, was das Freemium-Modell in Hinblick auf Umsatzgenerierung auf dem Markt der mobilen Anwendungen ausmacht. Neben dieser sehr beliebten Form gibt es zwei weitere Modelle, die nicht unerwähnt bleiben sollten, da sie ebenfalls in der Praxis gängige Geschäftsmodelle widerspiegeln.

Modell II: In-App-Purchasing

Eng verknüpft mit dem Freemium- ist das sogenannte In-App-Purchasing-Modell. Hier spielt es aber keine Rolle, ob die zugrunde liegende mobile Anwendung kostenfrei ist, oder nicht. Wichtigste Eigenschaft dieses Modells ist, dass der Nutzer die Möglichkeit hat, aus der App heraus sogenannte Komplementärleistungen zu erwerben.

Während die Applikation selbst voll funktionsfähig ist, kann der Anwender sie also durch den Kauf von zusätzlichen Items erweitern, ohne dass dem Nutzer ein Nachteil entstünde, der auf diese kostenpflichtige Erweiterung verzichtet. So erleichtern oder beschleunigen diese zusätzlichen Items beispielsweise den Spielablauf einer App oder erweitern den Funktionsumfang um nicht zwangsläufig nötige Funktionen.

Beispiele für solche In-App-Käufe: zusätzliche Leben oder virtuelles Geld in einem Spiel oder weitere Farben oder Stiftformen in einer Zeichenapp.

Entscheidend ist, dass dem Nutzer während der Verwendung der App die Möglichkeit eröffnet wird, diese zusätzlichen Leistungen zu erwerben. Weil hierzu keine erweiterte Premium-Version gekauft wird, sondern einzelne Pakete zur bestehenden Anwendung hinzugebucht werden, spricht man von In-App-Purchasing.

Das In-App-Purchasing-Modell kommt derzeit häufig bei Spiele-Anwendungen zum Einsatz, da hier durch einen emotionalen Bezug dem Nutzer einfacher eine Notwendigkeit des Erwerbs von Komplementärleistungen suggeriert werden kann.

Der Vergleich zu anderen Nutzern über Mehrspielermodi oder Verknüpfung über Soziale Netze führt mitunter zu Wettbewerbsdenken und passiven Konkurrenzdruck und verleitet zum Kauf zusätzlicher Items, um schnellere Fortschritte im Spielverlauf erzielen zu können.

Modell III: Affiliate-Marketing

Für die Anbieter von mobilen Apps bietet sich die einfache Möglichkeit, Teile ihrer Anwendungen als Werbeträger zu nutzen und Anzeigen anderer Anbieter einzubinden. Vom einfachen App-Branding über kleine Banner in der unteren Ecke bis zu voll animierten, content-überlagernden Flash-Layer-Ads – es gibt diverse Möglichkeiten, über diesen Weg mit der App Geld zu verdienen.

Flash Layer Ad legt sich über den Content
Der grün umrandete Flash-Layer legt sich über den Content der Website und unterbricht den Lesefluss des Betrachters


Beim Affiliate-Marketing-Modell geht es meist nicht nur um die bloße Veröffentlichung der Werbeanzeige, sondern in der Regel erfolgt die Bezahlung provisionsbasiert nach der Anzahl der Klicks auf diese Werbung. Doch in jedem Fall wird für die Werbeanzeigen wertvoller Platz auf dem Bildschirm verwendet, der für App-Content in dem Augenblick dann nicht mehr zur Verfügung steht. Dies mag den Anwender der App stören und führt schnell zu Wear-out-Effekten und damit zu abnehmender Werbewirkung.

Beliebter wird daher eine spezielle Form des Affiliate-Marketings, bei der anstelle einer Werbeanzeige lediglich ein Textlink verwendet wird. Dabei werden in bestehenden Texten einzelne Passagen in Links umgewandelt, die zur jeweiligen Seite eines Affiliate-Partners führen. Auch hier wird dann provisionsbasiert nach Anzahl der Klicks oder nach Bereitstellung der Links bezahlt. Jedoch stört sich der App-Anwender nicht an platzraubenden bunten Werbeanzeigen; vielmehr integrieren sich die Links unauffällig in für den Nutzer ohnehin relevanten Inhalt.

So geht es weiter

Freemium, In-App-Purchasing und Affiliate – drei erfolgsversprechende Modelle. Doch wie findet man das richtige Modell? Wie kann aus dem optimalen Mix eine geeignete Strategie entwickelt werden? Erfahren Sie die Antwort in unserer Fortsetzung.

Und nun zu Ihnen!

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Denn das bringen die nächsten Beiträge:
Teil 3: Welches Modell ist das richtige? Welche finden am häufigsten Verwendung?
Teil 4: Geschäftsmodelle im Gesundheitswesen

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