Donnerstag, 27. Juni 2013

Geschäftsmodelle für mobile Apps - Teil 1 von 4

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Teil 1: Der Markt und Modell „Freemium“


Überblick

Schnelles Wachstum

2013 werden insgesamt fast 1,2 Mrd. Smartphones und Tablets verkauft, so die Prognosen. Das wäre ein Zuwachs von rund 37% gegenüber dem Vorjahr. Vier von fünf Geräten werden dabei Smartphones sein, wohingegen es sich 2012 bei nur jedem sechsten verkauften Gerät um ein Tablet handelte. Immer mehr Menschen finden Interesse an mobilen Geräten, sei es zum Arbeiten oder für die private Verwendung.

Und damit steigt auch die Popularität des Themas „mobile Apps“. Wie schon gezeigt, erfuhr das Angebot an Apps in den vergangenen zwölf  Monaten eine Steigerung von über 200% und wächst damit 6-mal schneller als der Absatz von Mobilgeräten. Man mag sich fragen, was die Entwickler dazu antreibt, im Durchschnitt knapp 1.500 Apps pro Tag zu veröffentlichen, doch eine Antwort darauf zu finden ist nicht schwer: Sie erhoffen sich, mit der Programmierung ihrer Apps große Gewinne zu machen.

Während die einfachste Form der Umsatzgenerierung auf einen fixen einmaligen Preis zum Erwerb der Anwendung setzt und damit dem klassischen Produktabsatz am nächsten kommt, ergeben sich im Bereich der Onlinegüter und vor allem der mobilen Anwendungen zusätzlich aber noch ganz andere Möglichkeiten, die über größere Reichweiten und veränderte Rahmenbedingungen einen noch höheren Umsatz generieren können. Die drei gängigsten Geschäftsmodelle wollen wir im Folgenden näher beleuchten.

Weltweiter Absatz mobiler Endgeräte 2010-2012 und Prognose bis 2017

Modell I: Freemium

Beliebt vor allem bei service-orientierten Apps und Spielen ist das Freemium-Modell. Eine Anwendung wird in abgespeckter Form zum kostenlosen Download angeboten, wer jedoch den vollen Funktionsumfang möchte, zahlt.

Beispiel: Ein Spiel wird mit ein paar wenigen Levels in der Basisversion kostenfrei veröffentlicht, eine Freischaltung des vollen Spielumfangs ist hingegen nur gegen Bezahlung möglich. Auch eine einfache mobile Anwendung, wie eine Wetter-App kann neben der kostenfreien Basisversion in einer Premiumversion zusätzliche Funktionen, wie etwa detailliertere Wetterkarten oder Seewetterberichte umfassen.

Allgemein stellt das Freemium-Modell eine extreme Form der klassischen preispolitischen Penetrationsstrategie dar, setzt also auf die Erreichung einer schnellen Marktpenetration. Insbesondere durch die Erzeugung von Netzeffekten kann diese noch verstärkt und so insgesamt die Marktdurchdringung beschleunigt werden. Während in diesem ersten Schritt durch das Anbieten der kostenlosen Basisversion ein Nutzerstamm aufgebaut wird, generiert erst der zweite Schritt Umsätze durch den kostenpflichtig für zahlende Kunden angebotenen Service.

Daraus ergeben sich hier zwei mögliche Modelle zur Umsatzgenerierung: zum einen die Möglichkeit, kostenpflichtig einen größeren Leistungsumfang (sogenannte Pro- oder Premium-Version) freizuschalten, zum anderen die Bereitstellung aktuellerer Inhalte oder Versionen ebenfalls zur kostenpflichtigen Freischaltung (Upgrade).

Damit eine Nachfrage nach einem dieser drei Umsatzgeneratoren entsteht, muss der Unterschied zur Basisversion entscheidend groß und vor allem nutzerrelevant sein. Dabei ist es auch möglich und durchaus gängige Praxis, diese Unterschiede an die Bedürfnisse von hierzu definierten Zielgruppen anzupassen.

Ein großes Problem des Freemium-Modells ist die Wahrscheinlichkeit der sogenannten Free-Rider-Mentalität (umsatzneutrale Nutzung ausschließlich der Basisversion), die aber durch gezielte Marketingaktivität und Schaffung von Anreizen zum Kauf der Premium-Version reduziert werden kann. Zugleich kann durch Einbeziehung von vernetzten Aktivitäten (insbesondere via Social Web) die Intensität und der Nutzen von Netzeffekten verstärkt und dadurch die Marktdurchdringung vorangetrieben werden.

So geht es weiter

Von der Marktdurchdringung zur Umsatzgenerierung – Freemium ist ein aussichtsreiches Modell. Doch was verbirgt sich hinter den anderen Modellen? Was zeichnet sie aus? Wie lassen sie sich zu einem geeigneten Mix bündeln und vor allem: Worauf ist bei der Wahl der eigenen Strategie zu achten? Darüber erfahren Sie an dieser Stelle mehr in der Fortsetzung.

Und nun zu Ihnen!

Welche Apps kennen Sie, die nach dem Freemium-Modell ausgerichtet sind? Was ist für Sie wichtig, damit Sie die entsprechende Premium-Version kaufen würden?

Sie haben Fragen zu mobilen Apps oder anderen Themen, zu denen wir Ihnen helfen können?
Zögern Sie nicht und kontaktieren Sie uns. Wir freuen uns, von Ihnen zu hören.

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Denn das bringen die nächsten Beiträge:
Teil 2: „In-App-Purchasing“ und das „Affiliate-Modell“
Teil 3: Welches Modell ist das richtige? Welche finden am häufigsten Verwendung?
Teil 4: Geschäftsmodelle im Gesundheitswesen

Donnerstag, 20. Juni 2013

Zunehmende Verwendung von mobile Apps auch im Gesundheitswesen - Anwendungsszenarien

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Nachfrage nach Mobile Health Technologien – insbesondere mobilen Apps – steigt rapide. Anwendungsszenarien verdeutlichen die zahlreichen Einsatzmöglichkeiten


Ein explodierendes Angebot

Das Angebot ist groß – geradezu unüberschaubar. Aktuell existieren auf den digitalen Marktplätzen der App-Anbieter über 90.000 mobile Anwendungen in den Bereichen Gesundheit und Fitness und die Zahlen steigen unaufhörlich. Das Angebot von mHealth Anwendungen wächst sogar schneller, als der gesamte weltweite App-Markt.

Allein innerhalb der letzten 12 Monate haben sich die Zahlen nahezu verdreifacht (siehe Grafik). Man könnte folglich eine Übersättigung des Marktes erwarten, doch tatsächlich steigt gleichzeitig auch die Nachfrage nach mobilen Apps im Gesundheitswesen.

Gesamtzahl der verfügbaren nativen Apps im Bereich Gesundheitswesen
Seit 2012 verdreifacht: Die Anzahl der Apps im Gesundheitswesen steigt

Die Zielgruppen: Patienten werden zu Experten und Experten noch besser

Während Patienten glauben, mit Hilfe von Apps selbst zu medizinischen Experten zu werden, können Mediziner tatsächlich durch den Einsatz von mobilen Anwendungen Prozesse optimieren und ihre Arbeit unterstützen. Daher gerät insbesondere die letzte Gruppe in den Fokus der Entwickler. Allein 15%, und damit rund 14.000 Apps sind speziell für medizinisches Fachpersonal entwickelt.

Aufgrund veränderlicher Rahmenbedingungen und vor allem unterschiedlichen Anforderungen dieser Nutzergruppe bedarf es jedoch meist individuellen Lösungen, um den gewünschten Nutzen zu bringen. Um zu veranschaulichen, wie unterschiedlich sich die Einsatzmöglichkeiten von Mobile Health Apps  in der Regel gestalten, haben wir für Sie im Folgenden eine Auswahl an Anwendungsszenarien zusammengestellt.

Auch die Nachfrage nach mobilen Anwendungen nimmt zu

Szenario I - der optimale Trainingsplan

Als Inhaberin eines Fitnessstudios setzt Frau Sommer auf eine umfassende und vor allem persönliche Betreuung ihrer Kunden. In diesem Zusammenhang entwickelt sie gemeinsam mit ihnen individuelle Trainingspläne. Hierzu bespricht sie mit jedem Kunden persönliche Trainingsziele und erstellt dann unter Berücksichtigung seiner Eigenschaften und Möglichkeiten einen individuellen Plan.

Nun möchte sie aber den Kunden noch mehr in diesen Prozess einbinden und die Planung anschaulicher gestalten und lädt sich daher eine App auf ihr iPad. Damit kann sie nun den Kunden im Gespräch durch die einzelnen Schritte führen, anschaulich Trainingsmöglichkeiten verdeutlichen und gleichzeitig kann der Kunde etwa über Schieberegler seinen möglichen Zeitaufwand einstellen oder aus einem Portfolio an Trainingszielen seinen favorisierten Mix zusammenstellen.

Anschließend kann Frau Sommer dann sofort den individuell aus den eingegebenen Werten erstellten Trainingsplan abrufen, besprechen und dem Kunden zusammen mit Vermerken aus dem gemeinsamen Gespräch per E-Mail zukommen lassen.

Der Kunde fühlt sich dadurch insgesamt besser in die Planung eingebunden und vor allem individuell beraten und gleichzeitig kann Frau Sommer durch den Einsatz der mobilen App Zeit und damit auch Kosten sparen.

zum Besipiel für individuellen Trainingsplan
Persönliche Eingaben zur Verarbeitung im System für individuellen Trainingsplan

Szenario II - mobil, flexibel und stets vernetzt

Auch Dr. Hoffmann nutzt seit kurzem ein iPad in seiner Praxis. Nachdem er vor einem halben Jahr in seiner Praxis ein Videokonferenzsystem einrichten lassen hat, will er nun mobilen Zugang zu diesem System haben.

Die bisherigen Einsparungen durch Wegfall vieler Hausbesuche mit langen Anfahrtswegen haben ihn letzten Endes überzeugt, noch eine Stufe obendrauf zu setzen und das System noch weiter zu optimieren.

Nun kann er vollkommen mobil seiner Arbeit nachgehen, so etwa auch von einem Hausbesuch aus mit der mobilen Videokonferenzlösung eine Zweitmeinung einholen oder jederzeit aus jedem Raum seiner Praxis über dieses System mit anderen Medizinern oder Patienten in Kontakt treten.

Das gibt ihm insgesamt ein zusätzliches Maß an Flexibilität in seiner Arbeit, Mobilität bei allen Prozessen und nicht zuletzt auch weitere Einsparungen hinsichtlich Zeit und Kosten.

Szenario III - Beratungsgespräch effizient und anschaulich

Die selbständige Ernährungs- und Fitnessberaterin Frau Müller-Lüdenscheidt hat aufgrund großen Andranges gemeinsam mit einem Softwareunternehmen für eine effizientere Fallbearbeitung ein eigens für Ihre Praxis zugeschnittenes Kundensystem zusammengestellt.

Wer ihre Räumlichkeiten betritt, zieht zu allererst an einem Schalter eine Nummer. Mit der Nummer, die gleichzeitig der Beratungsreihenfolge dient, begibt sich der Kunde ins Wartezimmer, in dem ein Tablet-PC bereitsteht. Über eine Anwendung auf dem Gerät gibt er diese Nummer und seine persönlichen Daten ein.

Handelt es sich um einen Neukunden, wird er gebeten, aus einer Auswahlliste und mithilfe verschiedene Regler seine persönlichen Ziele für die Beratung zu finden und auszuwählen oder weitere Angaben zu persönlichen Vorlieben, Einschränkungen oder weiteren Eigenschaften zu treffen. Zu jedem Zeitpunkt kann er sich weitere Informationen oder Erläuterungen anschaulich anzeigen lassen. Handelt es sich um einen wiederholten Besuch, kann der Kunde bereits Angaben zu persönlichem Fortschritt oder Problemen machen.

Alle Informationen werden zentral gespeichert und können so im anschließenden Beratungstermin durch Frau Müller-Lüdenscheidt auf einem weiteren Tablet aufgerufen, ausgewertet und für die weitere Beratung genutzt werden.

So kann sie sich gegebenenfalls schon vorbereiten, aber spart vor allem Zeit und kostenaufwändiges Personal.

Mit mobilen Anwendungen wird der Vorgang transparenter und anschaulicher
Gesundheitsziele interaktiv im Beratungsgespräch definieren

Szenario IV - Visite mit iPad

Ein Szenario, das in naher Zukunft ebenfalls in deutschen Krankenhäusern Usus werden könnte: Dr. Wagner ist Arzt am Uniklinikum Wiedenborstel. Während seiner täglichen Visiten kam er bisher nicht umher, mit dem unhandlichen Visitenwagen von einem Patienten zum nächsten zu ziehen.

Doch seit kurzer Zeit wird im Klinikum der Einsatz von Tablet-PCs erprobt. Die digital gespeicherte Patientenakte mit allen Informationen und Röntgenbildern kann so durch eine mobile Anwendung vom Tablet aus eingesehen werden. Nachdem die App Herrn Dr. Wagner als den zuständigen Arzt erkannt hat, gibt sie ihm den Zugriff auf die Akte frei, sodass er außer dem handlichen Tablet keine weiteren Akten oder Geräte mit sich führen muss. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit, dass die Patientenakte kurzfristig und zentral aktualisiert werden kann oder dass Dr. Wagner direkte Vermerke oder konkrete Anweisungen aus der App heraus machen kann, über die die zuständigen Stellen dann sofort informiert werden.

Die neue Möglichkeit verzichtet nun auf unhandliche Papierakten, bietet dem Arzt äußerste Flexibilität und stets aktuellste Patientendaten und natürlich in Summe: wertvolle Kosten- und Zeitersparnis. Und jederzeit während der Visite kann er einen zusätzlichen Mediziner per Videokonferenz hinzuschalten.

Das Ergebnis: Win-win-Situation

Je nach Einsatzmöglichkeit führt der Einsatz von mobilen Anwendungen im Gesundheitswesen in den dargestellten Situationen also zu einer wesentlich größeren Transparenz und Anschaulichkeit in Beratung und Dialog mit dem Patienten, zu höherer Flexibilität und Mobilität der Mediziner und insgesamt zu Einsparung von wichtigen Ressourcen.

Dadurch gewinnen sowohl die Patienten, als auch das medizinische Fachpersonal selbst, sodass sich hier ein offensichtlicher Nutzen für beide Seiten ergibt, der durch steigende Nachfrage für Mobile Health Technologien bestätigt wird.


Mobile Health bei Ihnen?

Auch Sie nutzen schon mobile Anwendungen in Ihrer Praxis oder Einrichtung? Teilen Sie uns doch Ihre Erfahrungen mit!

Sie möchten mehr darüber erfahren, wie Mobile Health auch bei Ihnen eingesetzt werden kann?
Treten Sie gleich mit uns in Kontakt, um von uns über Ihre persönlichen Möglichkeiten beraten zu werden.

Dienstag, 18. Juni 2013

mHealth: bis zu 100 Mrd. € Sparpotenzial für die EU


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Mobile Health könnte bis 2017 Ausgaben im Gesundheitswesen um bis zu 100 Mrd. € reduzieren

 

bis zu 100 Mrd. EUR SParpotenzial für die EUDurch den Einsatz von sogenannten Mobile Health Technologien, wie etwa mobilen Apps im Gesundheitswesen, könnten in der EU in den nächsten vier Jahren bis zu 100 Mrd. € eingespart werden. Das ist das Ergebnis eines vor wenigen Tagen von der internationalen Industrievereinigung GSMA und dem weltweit größten Prüfungs- und Beratungsunternehmen PricewaterhouseCoopers vorgelegten Forschungsberichtes.


Durch die volle Ausschöpfung des Potentials von mHealth-Lösungen könne man die Gesundheitsausgaben pro Kopf um 18% senken, was in Verbindung mit der Reduzierung der Pflegekosten für chronische Erkrankungen um bis zu 35% durch verbesserte Kooperationsbereitschaft bei der Therapie und Fernüberwachung der Patienten insgesamt zu hohen Einsparung führen würde. Weiterhin könne Ärztemangel in unterversorgten Regionen begegnet werden und durch mHealth innerhalb der nächsten 4 Jahre 126 Mio. Patienten mehr erreicht werden.

Die wachsende Verbreitung von chronischen Krankheiten, die relativ hohen Kosten der Gesundheitsversorgung und eine alternde Bevölkerung führen in vielen Ländern der EU zu einem massiven Fachkräfte- und Ressourcenmangel im Gesundheitswesen, dem mit Mobile Health Lösungen begegnet werden könne, so Michael O’Hara, Marketingchef bei GSMA.

Um die gegenwärtigen und bevorstehenden Herausvorderrungen im Gesundheitswesen meistern zu können, bedürfe es einer dringenden Unterstützung der Bemühungen zur Etablierung von Mobile Health Technologien in den EU-Ländern durch alle Beteiligten, insbesondere aber durch Regierung, Aufsichtsbehörden, sowie Kassen und Versicherungen als Kostenträger des Gesundheitswesens.

Quelle: GSMA/PWC (2013)

Sie wünschen mehr Informationen zum Thema Mobile Health? Treten Sie in Kontakt mit uns.
Gerne beraten oder unterstützen wir Sie für Ihren persönlichen Einsatz von mHealth Technologien.


Donnerstag, 13. Juni 2013

Mobile Apps. Milliarden Downloads, doch es gibt mehr als nur den App Store

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Native Apps und mobile Web-Apps - was ist der Unterschied?



unvorstellbare Zahlen

1,7 Milliarden. Das ist die Zahl der allein im Jahr 2012 in Deutschland heruntergeladenen Apps. Bei rund 31 Millionen Smartphone- und etwa 4,4 Millionen Tablet-Nutzern lud sich hierzulande jeder User im Schnitt fast 50 Apps in nur einem Jahr herunter. Verglichen mit den weltweiten Downloadzahlen jedoch lediglich ein Bruchteil: 41 Milliarden Apps wurden 2012 weltweit auf ein Smartphone oder Tablet heruntergeladen. Nimmt man an, dass jeder einzelne Mensch auf der Welt die Möglichkeit hätte, Apps aus dem Internet herunterzuladen, käme man auf die stolze Zahl von 6 Anwendungen pro Kopf – nur im Jahr 2012. Noch unvorstellbarer, wenn man sich vor Augen führt, wie viele Menschen weder Zugang zum Internet, noch überhaupt ein app-fähiges Endgerät besitzen.

Ausblick

So hoch diese Zahlen auch scheinen, so wenig aussagekräftig sind sie. Denn neben den über 1,8 Millionen nativen Apps auf dem Markt, deren Downloadzahlen sich so einfach messen, wie darstellen lassen, existiert eine unbekannte, aber mindestens ebenso große Menge einer anderen App-Form: Den sogenannten Web-Apps. Doch worin unterscheidet sich eine solche mobile Web-Anwendung von einer nativen App? Welche Form eignet sich für welche Möglichkeiten? Und warum lässt sich so schwer ermitteln, wie viele Web-App-Nutzer es weltweit gibt?
In drei Beiträgen werden wir das Thema Mobile App beleuchten und dabei auch darauf eingehen, auf welche Art sich mobile Anwendungen zunehmend auch im Gesundheitswesen durchsetzen und vor allem, wie mit mobilen Apps Geld verdient wird. Als Einstieg möchten wir Ihnen daher in diesem Beitrag die verschiedenen Eigenschaften von nativen Apps und Web-Apps, sowie deren unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten, aber auch jeweilige Grenzen näher bringen. Ein nicht unbedeutendes Thema, denn schließlich ist fast jeder dritte Bundesbürger im Besitz eines Smartphones oder Tablets, das zur Verwendung von Apps in der Lage ist.

Hier App, da App. Was ist das?

Allgemein versteht man unter einer mobilen App - kurz für Applikation oder engl. application – eine speziell für mobile Endgeräte entwickelte Anwendung. Dabei gibt es zwei verschiedene Arten von Apps, die sich hinsichtlich der Möglichkeiten, wie der Nutzer an eine solche Anwendung gelangt, unterscheiden.

Registriert und installiert - Die Native App


Eine Native App steht zum Download auf einem entsprechenden Onlineportal zur Verfügung. Hier handelt es sich in der Regel um ein System des jeweiligen Betriebssystemanbieters. Der Anwender lädt sich nach einer einmaligen Registrierung die App auf sein mobiles Gerät, wo sie dann direkt installiert wird. In diesem Fall bezeichnet man die Anwendung als Native App. Da diese Form der mobilen Anwendungssoftware nicht plattformübergreifend funktioniert, muss sie speziell auf das jeweilige Betriebssystem zugeschnitten werden. So muss der Entwickler verschiedene Versionen der gleichen Anwendung programmieren, um den Großteil der Smartphone- und Tabletnutzer zu erreichen. Als Hersteller von Betriebssystemen gibt es vier große Anbieter, die mit ihren Bezugsplattformen für native Apps den Markt dominieren: Der größte ist Google mit „Google Play“, wo 800.000 Apps für das Betriebssystem Android zum Download angeboten werden. Recht dicht folgt Apple mit dem „App Store“ und 775.000 verfügbaren Apps für das System Apple iOS. Während diese beiden Giganten 86% Marktanteil halten, holen die Hersteller Microsoft (Windows Phone Store, 150.000 Apps) und RIM (Black Berry App World, 105.000 Apps) nur langsam auf. Die gängige Praxis zeigt, dass mobile Anwendungen tatsächlich in der Regel mindestens für die beiden Betriebssysteme Android und iOS programmiert werden. Entwickler von diesen Apps sind aber nicht die Anbieter der Betriebssysteme selbst, sondern hier reicht die Spanne von Privatleuten bis hin zu hochspezialisierten Unternehmen. Eine fertige App wird nach technischer und gegebenenfalls inhaltlicher Prüfung durch den Anbieter der App-Plattform auf dieser veröffentlicht und dem Nutzer des jeweiligen Betriebssystem teils entgeltfrei, teils kostenpflichtig zur Verfügung gestellt. Einmal heruntergeladen und installiert kann dieser dann die Anwendung dauerhaft nutzen, die dann auch teilweise offline verfügbar ist.

Gesamtanzahl der verfügbaren Apps der größten 4 Anbieter

Plattformübergreifend - die Web App

Der nativen App gegenüber steht die sogenannte Web App mit dem entscheidenden Unterschied, dass hier zur Verwendung keine Installation nötig ist. Die Web App lässt sich vielmehr über den auf dem mobilen Endgerät installierten Webbrowser aufrufen. Eine solche App funktioniert also plattformübergreifend und setzt zudem keine Registrierung bei einem der App-Portal voraus. Dies ermöglicht eine Verwendung der Web App auf allen Betriebssystemen, ohne sich dabei auf eine bestimmte Gruppe zu beschränkten. Gleichzeitig gestaltet es sich dadurch aber auch schwieriger, die gesamte Anzahl verfügbarer Web-Apps zumessen. Vor allem jedoch kann nicht das gesamte App-Angebot nach Kategorien oder beliebtesten Anwendungen durchsucht werden, was es mitunter schwierig macht, eine geeignete App für einen bestimmten Anwendungsfall ausfindig zu machen. Die nicht nur optisch, sondern auch von der Benutzung her ins mobile Gerät integrierte Web App ist aber hinsichtlich Funktionsumfang und Eigenschaften durchaus vergleichbar mit einer nativen App. Lediglich das Speichern von Nutzerdaten gestaltet sich bei letzterer einfacher, da diese direkt mit der App verknüpft auf dem Gerät abgelegt werden können. Bei der Web App wird zudem eine permanente Internetverbindung zur Nutzung vorausgesetzt. Die native App hingegen kann, sofern zur Funktion keine zusätzlichen Inhalte aus dem Internet bezogen werden, auch ohne Verbindung zum Internet verwendet werden.

steigende Bedeutung

Mobile Apps gewinnen mehr und mehr an Bedeutung. Da die Zahl der Smartphone- und Tablet-Nutzer zunimmt, steigt gleichzeitig der Bedarf an für bestimmte Anwendungsbereiche optimierten Anwendungen für diese mobilen Endgeräte. Apps ermöglichen es, den Nutzen des Gerätes zu vergrößern, in dem der Funktionsumfang um für den Anwender relevante Funktionen erweitert wird. Die Grafik zeigt exemplarisch am Beispiel des App Stores von Apple die steigenden Downloadzahlen von nativen Apps in den vergangenen fünf Jahren und im Vergleich dazu die rasante Aufholjagd von Google. Daraus ableiten lässt sich ein zunehmendes Interesse und eine steigende Bedeutung von mobilen Anwendungen, die dem Anwender Prozesse erleichtern und Zugänge verschaffen und mit denen sich auch in Bereichen wie dem Gesundheitswesen völlig neue Möglichkeiten ergeben.

Kumulierte Anzahl weltweit bei Apple/Google heruntergeladener Apps (in Mrd.)

Bleiben Sie dran...

Das Thema Mobile Apps interessiert Sie? Dann tragen Sie sich doch oben mit Ihrer Email-Adresse ein, um diesem Blog zu folgen und auch die nächsten Beiträge zu diesem spannenden Thema nicht zu verpassen.

...wir helfen Ihnen

Sie können sich vorstellen, Prozesse von der Kontaktaufnahme über die Datenverwlatung bis zur Auswertung zukünftig mithilfe von mobilen Anwendungen zu veranschaulichen, zu unterstützen oder zu optimieren? Oder Sie wollen wissen, welche Apps speziell für Sie und Ihre Anforderungen interessant sein können? Treten Sie mit uns in Kontakt. Gern entwickeln wir Ihnen auch Ihre persönliche App – ganz nach Ihren Bedürfnissen.

Hausaufgabe

Eine kleine Aufgabe zum Schluss: Schätzen Sie doch einmal, wie viele (native) Apps es schon speziell für den Bereich Gesundheit und Fitness gibt. Im nächsten Beitrag erfahren Sie die Lösung – Sie werden es nicht glauben.

Donnerstag, 6. Juni 2013

Effizienz durch Videokonferenz - Anwendungsszenarien im Gesundheitswesen

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Die Bedeutung von Telemedizin steigt - und mit ihr die Zahl der Einsatzmöglichkeiten


Ein Thema mit steigender Relevanz

Die Bedeutung von Telemedizin nimmt in Deutschland stetig zu. So hat sich in diesem Bereich insbesondere der Einsatz von Videokonferenzlösungen bewährt – die Vorteile liegen auf der Hand: Besonders in unterversorgten Regionen ergibt sich dadurch die Möglichkeit, Patienten einfach und kostengünstig zu erreichen, doch auch in medizinisch gut versorgten Ballungsräumen nutzen immer mehr Ärzte und medizinische Einrichtungen die Möglichkeit, durch Videounterstützung mit Fachärzten oder anderen Einrichtungen zu kommunizieren oder Zweitmeinungen einzuholen. Warum sich die Effizienz des Einsatzes von Videokonferenzsystemen besonders im Gesundheitswesen so einfach ermitteln lässt und vor allem, was diese Kosten-Nutzen-Transparenz für die Auswahl neuer Software für eine medizinische Einrichtung bedeuten könnte, haben wir im vergangenen Beitrag dargestellt.

den Bedürfnissen gerecht werden

Videokonferenzsoftware wie „Skype“ kennt nahezu jeder und etwa 45 Mio. Menschen weltweit nutzen diesen Dienst, um mittels Videoübertragung privat oder geschäftlich untereinander zu kommunizieren. Doch für medizinische Zwecke genügt diese Software weder vom Funktionsumfang, noch von den Sicherheitsstandards. Einrichtungen im Gesundheitswesen greifen aus diesem Grund auf professionelle Videokonferenzlösungen wie vkonferenz zurück, das speziell für ihre Bedürfnisse entwickelt und eingerichtet ist und daher eine Vielzahl von Einsatzmöglichkeiten bereitstellt.


Szenario I - reibungslose Zusammenarbeit

Die Praxis von Dr. Petersen befindet sich im Zentrum Hamburgs. Seine Patienten kommen zum größten Teil aus der unmittelbaren Umgebung. Einer seiner Patienten soll für einen Eingriff an die Charité nach Berlin überwiesen werden. Gemeinsam mit dem Patienten stellt Dr. Petersen über das Videokonferenzsystem den Kontakt zum Chefarzt nach Berlin her, um Details und Möglichkeiten des Eingriffes zu besprechen. Durch die Videokonferenzlösung kann er sich so mit allen Beteiligten gleichzeitig austauschen, zwischen diesen vermitteln und vermeidet dadurch Unsicherheit oder Missverständnisse zwischen Patient und Charité.

Szenario II - Unterstützung des Behandlungserfolgs

Auch im folgenden Beispiel werden die Vorteile einer Videokonferenz dazu genutzt, den Austausch zwischen medizinischer Einrichtung und Patient zugunsten des Behandlungserfolges zu fördern: Frau Neumann ist Physiotherapeutin. In regelmäßigen Abständen kommen die Patienten zur Behandlung in ihre Praxis. Da ein Großteil des Behandlungserfolges aber auch auf Selbsttraining der Patienten beruht, nutzt Frau Neumann das Videokonferenzsystem, um ihre Patienten bei der Trainingsdurchführung zu unterstützen oder aktuelle Ergebnisse zu bewerten. Dadurch vermeiden sie und ihre Patienten lange Anfahrtswege oder Wartezeiten und können ihren Austausch einfach in den Tagesablauf integrieren.

vkonferenz lässt sich vielfältig im Gesundheitswesen

Szenario III - vernetzter Austausch 

Auch Dr. Müller hat sich in seiner Praxis ein Videokonferenzsystem einrichten lassen. Da er viele Patienten mit chronischen Erkrankungen behandelt, nutzt er dieses System regelmäßig, um sich mit Therapeuten der Patienten zu besprechen und über Behandlungserfolge auszutauschen. Dadurch bleibt er stets auf dem Laufenden und kann seine Behandlungen noch gezielter gestalten und umsetzen.

Szenario IV - interne Prozessoptimierung

Das folgende Szenario zeigt eine weitere Einsatzmöglichkeit, die schon in vielen Ländern zum guten Standard von Krankenhäusern gehört und sich bereits auch in Deutschland zunehmender Beliebtheit erfreut. Städtisches Klinikum Großen-Kneten. Lange Wege, unterschiedliche Verantwortungsbereiche und Zuständigkeiten, sowie generelle Zeitknappheit erschweren die stationäre Betreuung der zahlreichen Patienten, verzögern Diagnosen und behindern unter Umständen eine reibungslose interne Kommunikation. Um diesem Missstand entgegenzuwirken, entscheidet sich die Leitung des Klinikums Großen-Kneten zur Einrichtung der umfassenden Videokonferenzlösung vkonferenz im ganzen Haus. Ergebnis: Aus jedem Zimmer kann das Pflegepersonal nun einen zuständigen Arzt zu einem Gespräch mit dem Patienten hinzuschalten. Dadurch wird durch Wegfall von langen Wegen in vielen Fällen Zeit gespart, die dann für eine bessere und umfangreichere Betreuung verwendet werden kann. Weiterhin können nun direkt aus dem Operationsaal heraus durch Videoübertragung Befunde diskutiert oder Zweitmeinungen eingeholt werden, sodass auch hier Zeit gespart und in entscheidenden Fällen sogar Leben gerettet werden kann.
Durch insgesamt reibungslose, schnelle und unkomplizierte Kommunikation mittels Videoübertragung können Prozesse effizienter gestaltet werden und dadurch in kürzerer Zeit mehr Patienten erreicht und trotzdem in Summe ein höherer Qualitätsstandard sichergestellt werden.

Effizienz und Entlastung - die Summe der Vorteile

Die Szenarien zeigen die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Videokonferenzlösungen wie vkonferenz. Doch handelt es sich dabei lediglich um eine Auswahl, sodass ein Einsatz des Systems in nahezu jeder Einrichtung im Gesundheitswesen denkbar wäre. Eines haben jedoch alle Einsatzmodelle gemeinsam: Sie gestalten Prozesse effizienter, tragen damit zu massiven Einsparungen bei, intensivieren zudem die Patientenbehandlung, vernetzen Beteiligte untereinander und entlasten gleichzeitig an entscheidenden Stellen verantwortliche Akteure.

und nun zu Ihnen...

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