Donnerstag, 25. Juli 2013

Innovationen im Gesundheitswesen

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Anforderungen an Innovationen im Gesundheitswesen - Beispiel Telemedizin


Auch für die Telemedizin gilt: häufig scheitert es an der Implementierung
Die Notwendigkeit, hoch qualitative Gesundheitsleistungen zu geringeren Kosten anzubieten scheint immer wichtiger zu werden. Auch die Politik beschäftigt sich vermehrt mit diesem Thema. So erkennen zunehmend mehr Politiker und entscheidende Akteure des Gesundheitswesens die Bedeutung von Telemedizin als möglichen Lösungsansatz des Problems. Allein in Europa wurde dieser Technologie ein Einsparungspotenzial von bis zu 100 Mrd. € bis zum Jahre 2017 prognostiziert (GSMA/PWC, 2013). Belegt wird dieser Trend durch steigende Zahlen von Telemedizin-Nutzern und Investitionen in telemedizinische Produkte.

Tatsächlich meinen Fachleute, die Branche erreiche gerade einen Wendepunkt, ab dem ein exponentielles Wachstum folge. Für Telemedizin feststellen lasse sich: Wenn wichtige medizinische Erfahrung an der richtigen Stelle zum richtigen Zeitpunkt für das Treffen der richtigen Entscheidung genutzt werden kann, bedeute dies einen deutlichen Qualitätsanstieg bei geringeren Kosten (Yulun Wang, Vizepräsident der Amerikanischen Gesellschaft für Telemedizin/ATA)
Zwar ist das Konzept von Telemedizin einfach und bietet enorme Vorteile, doch scheitert es meist an der Implementierung in der Praxis. Dies scheint nicht unerwartet, stellen doch tiefgreifende Veränderungen allgemein auch in jedem anderen Bereich eine besondere Herausforderung dar.

Barrieren durch bestehende Vergütungsstrukturen, politische Regulierungen, IT-Architektur und ein Widerstand  gegenüber Veränderungen sowie technologische Einschränkungen müssen bezwungen werden. Genau diese Barrieren und Herausforderungen sind es aber, die die Telemedizin-Technologie besonders empfänglich für Innovationen und Entrepreneurs machen.

Durch anhaltende Innovation, die in der Regel mit hohem Kapitalrisiko der Unternehmer einhergehe, könne diesen Barrieren begegnet und die Vorteile von Telemedizin für das Gesundheitssystem nutzbar gemacht werden, so Wang. 

Der Einsatz von telemedizinischen Technologien lässt sich in zwei Kategorien zusammenfassen:

Telemedizin zur Akutversorgung, wo durch Telemedizin Ferndiagnosen getroffen werden können, um den Patienten schnell zu behandeln. Diese Patienten benötigen unter Umständen sofortige Hilfe eines Spezialisten, die jedoch durch regionale Unterversorgung nur schwer zugänglich ist.

Die zweite Kategorie umfasst die telemedizinische Behandlung chronisch Kranker. Hier werden telemedizinische Technologien verwendet, um regelmäßig in bestimmten zeitlichen Abständen einen chronisch kranken Patienten zu überwachen.

Die Anforderungen an telemedizinischen Lösungen hängen stark von diesen zwei Kategorien ab. Während Telemedizin zur Akutversorgung permanente Datenverfügbarkeit gewährleisten und vor allem jegliche Bedingungen erfüllen muss, damit ein Mediziner unverzüglich eine möglicherweise lebenswichtige Entscheidung treffen kann, erfordert Telemedizin für chronische Erkrankungen eine solche uneingeschränkte Entscheidungsgrundlage nicht. Vielmehr stellen die Interaktionen mit dem Patienten eine Unterstützung und Überwachung dar.

Unternehmen für telemedizinische Technologien sollten Möglichkeiten identifizieren, so Wang, wo sie Innovationen schaffen können, die einen hohen Wert für das Gesundheitswesen bieten, aber dennoch leicht zu managen sind. Veränderungen sind stets schwierig, insbesondere im medizinischen Bereich, wo sich Prozesse und Strukturen über Jahrzehnte gesetzt haben, um Patienten eine Behandlung von konstant hoher Qualität bieten zu können.

Daher müsse eine Lösung ein Problem in seiner Gesamtheit angehen und gleichzeitig außer der Technologie allein auch Schulungen, Implementierungshilfen, regulatorische Unterstützung und eine permanente Messung der Umsetzungsergebnisse umfassen. Diese multidisziplinäre Detailtiefe, die erforderlich ist, um die Veränderung durchzusetzen, stellt eine Herausforderung dar, an der viele junge Innovationen scheitern.

Das Gesundheitswesen befindet sich in einem Umbruch, den es in dieser Form noch nicht gegeben hat. Die Veränderung weg von der Fokussierung auf den Service allein hin zum Fokus auf den Wert, sowie verstärkter Wettbewerbsdruck führen zunehmend zu einer Optimierung des Verhältnisses von Qualität zu Kosten. Das führt dazu, dass Technologien wie Telemedizin vom Forschungsobjekt zum gängigen Praxisinstrument der modernen Medizin aufsteigen.

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