Dienstag, 5. Juni 2012

Kombinierte Therapien in der Suchthilfe: wer macht mit?

Gesundheit 2.0 ist umgezogen! Neue Beiträge finden Sie jetzt hier: https://www.symeda.de/blog/

Suchterkrankungen gehören zu den am meisten unterschätzten Krankheitsbildern in Deutschland. Einige Fakten sollen die Bedeutung für unsere Gesellschaft verdeutlichen (Quelle: Statistisches Bundesamt und Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen):
  • Die Kosten alkoholbezogener Krankheiten werden für das Jahr 2002 auf insgesamt 24,4 Mrd. € geschätzt. Diese Summe entspricht 1,16 % des Bruttoinlandsproduktes. 69,8 % der Gesamtkosten wurden durch Männer verursacht. Davon sind 8,4 Mrd. € direkte Kosten.
  • Die Diagnoseklasse F10 (ICD-10) „Psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol“ ist bei Männern der zweithäufigste Behandlungsanlass in Krankenhäusern nach chronisch ischämischer Herzkrankheit.
  • Die Zahl der Diagnose F10 „Psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol“ hat sich von 1994 bis 2003 um 39,1% erhöht auf 286.115 Fälle.
Der Ablauf der Behandlungsschritte läuft heute nach folgendem Muster ab, wobei eine systematische Koordination zwischen den Einrichtungen nicht oder kaum stattfindet:
  • Hausarzt (Diagnose, Erstinformation)
  • Suchtberatungsstelle (Information, Motivationsphase, Reha-Antrag)
  • Entgiftung in Innerer Abteilung oder
  • Qualifizierte Entzug- und Motivationsbehandlung in Psychiatrie
  • Fachklinik (Entwöhnungsbehandlung)
  • Nachsorge durch Suchtberatungsstelle oder Selbsthilfegruppe
  • Medizinische Weiterbehandlung durch den Hausarzt

Kombi-Nord: das Modell zur patientenzentrierten Vernetzung

Die drei norddeutschen Sozialversicherungsträger Deutsche Rentenversicherung Braunschweig-Hannover, Deutsche Rentenversicherung Nord und die Deutsche Rentenversicherung Oldenburg-Bremen haben daher eine Kombinationsbehandlung für Abhängigkeitserkrankungen in Norddeutschland entwickelt (die so genannte Kombi-Nord). Ziel ist es, die starre Trennung zwischen stationären und ambulanten Angeboten aufzuheben, die Schnittstellen zu verbessern und eine patientenzentrierte statt einrichtungsorientierte Versorgung zu ermöglichen.

Eine wichtige Voraussetzung zur erfolgreichen Etablierung solcher vernetzten Versorgungsansätze ist die Herstellung von Transparenz sowohl über die
  • Netzwerkstruktur, als auch über das 
  • Netzwerkgeschehen
(siehe IT-basiertes Management Integrierter Versorgungsnetzwerke als umfassende Analyse von Gestaltungsfaktoren des Netzwerkmanagements).
Mit versorgungsregion.de können beide Aspekte anschaulich und interaktiv unterstützt werden. Die folgende Karte zeigt die Einrichtungen, die aktuell die Kombi-Nord-Behandlung anbieten.
Bitte klicken Sie auf das Bild, um die interaktive Anwendung zu starten.


Im nächsten Schritt können, in einem geschützten Bereich, Kennzahlen über die Inanspruchnahme der kombinierten Behandlung hinterlegt und visualisiert werden. Auch Entwicklungen über die Zeit werden dabei berücksichtigt, so dass die Akzeptanz und Diffusion neuer Versorgungsmodelle untersucht werden können. Dies bietet sowohl den Kostenträgern, als auch den beteiligten Einrichtungen Mehrwerte, denn Probleme können anhand objektiver Daten, verständlich dargestellt, diskutiert werden. 


Freitag, 25. Mai 2012

Ab sofort verfügbar: versorgungsregion.de

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Das Gesundheitswesen gilt allgemein als Wachstumsbranche. Der demografische Wandel (siehe Abbildung) bewirkt automatisch eine Nachfragezunahme bei Gesundheits- und Pflegedienstleistungen.

Prognostizierte Altersverteilung Deutschland 2050 (Quelle: Wikipedia)

Gleichzeitig ist dieser Sektor mehr und mehr von wettbewerblichen Elementen geprägt (siehe z.B. die Kommerzialisierung des Krankenhaussektors). Der Erfolg insbesondere von kleineren und mittleren Gesundheitseinrichtungen hängt dabei, neben der Qualifikation der Gründer, im Wesentlichen von zwei Faktoren ab: 
  • dem Standort sowie der 
  • Verankerung in regionale Kooperations- und Zuweisernetzwerke (z.B. zwischen Ärzten und Pflegediensten oder Ärzten und Physiotherapeuten).
Abgesehen von den stark reglementierten KV-Sitzen im Bereich der niedergelassenen Ärzte sind andere Heilberufler relativ frei in der Wahl ihres Standorts. Im Zuge der Planung von Neugründungen oder Expansionen ist es dabei absolut notwendig, die regionalen Versorgungsbedingungen zu kennen. Dazu gehören zum einen Informationen über die Nachfrage von Gesundheitsleistungen und zum anderen über die bestehenden Angebote.

Die symeda GmbH ermöglicht mit www.versorgungsregion.de Gesundheitsdienstleistern erstmals, sehr detaillierte Analysen über das Nachfragepotenzial (wie viele Personen mit einer bestimmten Erkrankung bzw. Pflegebedarf gibt es in meiner Region) eigenständig online durchzuführen. Das online-Tool kann darüber hinaus für regelmäßige Markt-, Potenzial und Zuweiseranalysen genutzt werden. Versorgungsregion.de hilft insbesondere kleineren und mittleren Unternehmen, sich durch spezialisierte Angebote zukunftssicher in der Region zu verankern.

Die folgende Abbildung zeigt zum Beispiel den Pflegebedarf nach Barthel-Index in der Region Osnabrück. Jährlich werden ca. 17 Millionen Patienten stationär behandelt. Bedingt durch bestehende oder auch postoperativ zunehmende Multimorbidität wird für entsprechend betroffene Patienten ihre motorische Funktionseinschränkung diagnostiziert. Die Werte sind ein starker Indikator für eine bestehende oder noch zu folgende Pflegestufen-Eingruppierung. Sie können diese interaktive Auswertung als Demo auf versorgungsregion.de testen.

Pflegebedarf nach Barthel Index


Auf Basis dieser Informationen kann ein Pflegeanbieter nun seine regionale Analyse starten: 
  • Wo sind meine Schwerpunkte bisher? 
  • Wie hoch der Anteil der von mir versorgten Patienten? 
  • Welche Möglichkeiten habe ich, diesen Anteil zu erhöhen?
Dazu bietet versorgungsregion.de eine Reihe weiterer Funktionen. 

Das Pflegebeispiel war nur ein Feld, das wir mit unseren Daten abdecken. Auch für stationäre Einrichtungen, für Nachsorge und Reha sowie für Medizintechnikunternehmen haben wir die passenden Angebote. Bitte informieren Sie sich direkt auf www.versorgungsregion.de, oder nehmen Sie mit uns Kontakt auf.


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